Polizeioberrat Jens Heinrich über die monatelange Vorbereitung, das perfekte Zusammenspiel vieler Einsatzkräfte und die besondere Vearantwortung hinter einem der größten Feste, die das Saarland je erlebt hat.
Jedes Jahr wird der Tag der Deutschen Einheit in einem anderen Bundesland gefeiert – nämlich dort, wo die jeweilige Landesregierung gerade den Vorsitz im Bundesrat innehat. Diese rotierende Regelung wurde in der sogenannten Königsteiner Vereinbarung festgelegt und sorgt dafür, dass die Feierlichkeiten in allen Teilen Deutschlands stattfinden und jedes Jahr ein anderes Bundesland im Mittelpunkt steht.
2025 war das Saarland Gastgeber dieser zentralen Feierlichkeiten – und verwandelte sich unter dem Motto „Zukunftsland Saarland“ in eine Bühne für Vielfalt, Gemeinschaft und gelebte Demokratie. Hinter den Kulissen sorgten unzählige Menschen dafür, dass alles reibungslos verlief. Einer von ihnen ist Polizeioberrat Jens Heinrich, der seit über 20 Jahren bei der Polizei ist und den Vorbereitungsstab der Polizei für dieses Großereignis leitete.
Herr Heinrich, wann haben Sie mit der Planung begonnen?
Die ersten Überlegungen starteten bereits im Herbst 2022, also rund zwei Jahre im Voraus. Die konkrete Einsatzplanung begann im Januar 2024. Es gab zahlreiche Arbeitskreise mit Polizei, Staatskanzlei, Feuerwehr und Rettungsdiensten – teils mehrmals pro Woche. Diese enge Zusammenarbeit war entscheidend für den reibungslosen Ablauf.
Wie viele Menschen waren beteiligt?
Das Kernteam der Polizei bestand aus fünf Personen, die alle Fäden zusammenführten. Für spezielle Themen wie Verkehr oder Luftsicherheit kamen Fachleute hinzu – insgesamt rund 100 Beteiligte. Auch Staatskanzlei, Feuerwehr und Rettungsleitstelle waren eng eingebunden.
Waren auch Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern dabei?
Ja. Das Saarland ist klein, daher erhielten wir Unterstützung aus dem gesamten Bundesgebiet – von Landespolizeien, Bundespolizei, BKA und Zollkriminalamt. So waren nahezu alle Sicherheitsbehörden vertreten – eine hervorragende Kooperation.
Wie koordiniert man so viele Kräfte?
Wie bei einem Großprojekt: Es gibt Teilbereiche wie Verkehr oder Personenschutz mit eigenen Verantwortlichen. Ein zentraler Führungsstab koordinierte alles, darunter einzelne Einsatzabschnitte mit eigenen Leitungen. So lief jede Aufgabe strukturiert zusammen.
Was war die größte Herausforderung?
Ganz klar die Vorbereitung – alle Abläufe mussten im Vorfeld abgestimmt und geübt werden. Ziel war, dass im Einsatz jeder genau weiß, was zu tun ist. Diese monatelange Arbeit hat sich am Ende ausgezahlt.
Wie fordernd war der Einsatz für die Kolleginnen und Kollegen?
Solche Einsätze sind körperlich und mental anstrengend, aber unsere Leute sind erfahren und gut vorbereitet. Viele sind mit Herzblut dabei, was die Motivation enorm hochhält – und ja, gutes Essen hilft auch. (lacht)
Waren Sie mit dem Ablauf zufrieden?
Ja, absolut. Keine Zwischenfälle, keine größeren Verkehrsprobleme – die Besucherinnen und Besucher waren friedlich und interessiert. Unser Ziel war, Sicherheit zu gewährleisten, ohne den Festscharakter zu stören. Das ist gelungen.
Wem gilt Ihr Dank?
Den Bürgerinnen und Bürgern, die friedlich gefeiert haben, den Kooperationspartnern wie Feuerwehr und Staatskanzlei – und natürlich meinen Kolleginnen und Kollegen für ihren professionellen Einsatz. Das war echte Teamarbeit.