Bühne

Faust – im Juni – Staatstheater Saarbrücken

FAUST Oper von Charles Gounod; Libretto von Jules Barbier und Michel Carré nach Goethes FAUST I
BEAM’ ME UP, MR. DEVIL. Gounod vertont Goethe und setzt auf die Liebe statt aufs Grübeln.

Opern-Liebhaber sind sich sicher: Die Oper »Lohengrin« sollte eigentlich »Elsa« und »Tannhäuser« »Elisabeth« heißen. Was Wagner nicht tat, wurde Charles Gounod rechts des Rheins verordnet: Seine Oper »Faust« nannte man in Deutschland schlicht »Margarethe«, was zwei Gründe hatte.

Zum Ersten gönnte man im säbelrasselnden späten 19. Jahrhundert einem französischen Komponisten nicht den Erfolg, die bis dahin vielleicht schönste »Faust«-Oper komponiert zu haben, und zweitens stellt Gounod die Gretchenfrage tatsächlich vor alle theoretische Sinnsuche, die dem deutschen Literaturwissenschaftler in Goethes Faust einen inneren Osterspaziergang beschert. Interessanterweise wird Goethes »Faust«, außer von Ludwig Spohr im 19. und frühen 20. Jahrhundert, ausschließlich von französischen und italienischen Komponisten vertont – Berlioz, Boito und Busoni lassen grüßen.

Sie alle stellen das Sinnliche vor das Geistige – Berlioz geht sogar so weit, uns Fausts und Mefistofeles fantastische Reisen in Musik darzustellen, als sei das »Beamen« an andere Orte nicht der Mannschaft des Raumschiffs Enterprise vorbehalten. Den Sinn des Lebens findet Gounod in der Liebe Marguerites zu Faust, einer Liebe, die stärker ist als alle Verlockungen des Teufels. Zwölf Jahre vor dem verheerenden Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 verbeugte sich der Komponist vor Deutschlands größtem Dichter des 19. Jahrhunderts. Hätte die Politik doch auf diese feinen Melodien geachtet – dann wäre möglicherweise dem Teufel noch ein Schnippchen geschlagen worden!

Vasily Barkhatov (Inszenierung) studierte Regie am Russischen Institut für Theaterkunst. Inszenierungen führten ihn nach St. Petersburg, ans Bolschoi Theater Moskau und an die Litauische Nationaloper. Zudem ist er im Schauspiel und als Filmregisseur aktiv. Seit 2014 war er in Mannheim, Wiesbaden, Basel und an der Deutschen Oper Berlin tätig.

TERMINE
Großes Haus – Dauer: 180 Min , Einführung 30 Min vor Beginn
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Samstag, 08. Jun 2019, 19:30
Samstag, 15. Jun 2019, 19:30
Sonntag, 23. Jun 2019, 18:00
Dienstag, 25. Jun 2019, 19:30
Sonntag, 30. Jun 2019, 18:00

BESETZUNG
Musikalische Leitung Sébastien Rouland
Inszenierung Vasily Barkhatov
Bühnenbild Zinovy Margolin
Kostüme Olga Shaishmelashvili
Lichtdesign Alexander Sivaev
Licht Christian Zimmermann
Dramaturgie Frederike Krüger
Choreinstudierung Jaume Miranda
Alter Faust Algirdas Drevinskas
Junger Faust Angelos Samartzis
Sung min Song
Méphistophélès Markus Jaursch
Valentin Salomón Zulic del Canto
Wagner Hiroshi Matsui
Marguerite Olga Jelinkova
Valda Wilson
Siebel Carmen Seibel
Dame Marthe Judith Braun
Opernchor des Saarländischen Staatstheaters Saarländisches Staatsorchester

Weitere Informationen und Tickets online bestellen: www.staatstheater.saarland

Faust – im Juni – Staatstheater Saarbrücken